Bzw. für die, die keine Kinder haben: Würdet ihr es tun, wenn ihr Kinder hättet?
Als ich klein war, besassen wir ein grosses, gelbes, total kuscheliges Schafsfell mit vielen Kissen und Plüschtieren drauf. Bevor ich dann jeweils ins Bett musste, sassen meine Eltern immer mit mir und meiner Schwester hin und lasen uns etwas vor. Vor allem mein Vater hat uns sehr viel vorgelesen. Michael Ende, Erich Kästner, Astrid Lindgren... alles mögliche. Und als wir noch jünger waren natürlich auch kleine Bücher mit vielen Bildern und Zeichnungen drin. Das war so ein festes Ritual. Jeden Abend zwischen 20 und 30 Minuten. Mein Vater hat uns manchmal, wenn wir genug lange jammerten und an ihm herumzogen sogar bis zu einer Stunde vorgelesen. Und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich es jeden Abend total genoss und mich auch darauf freute. Obwohl ich jetzt selbst noch keine Kinder habe, weiss ich, dass auch ich es später bei meinen Kindern so machen werde. Meiner Meinung nach ist das neben Spiele spielen mit seinen Kindern die beste Möglichkeit, seinem Kind/Kindern zu zeigen, wie lieb man sie hat. Das verstehen Kinder auch viel besser, als wenn man ihnen einfach sagt "ich liebe dich", das Licht auslöscht und sich mit dem Partner im Wohnzimmer auf die Couch pflatscht. Daneben gibt es ja auch viele Studien, die belegen, dass Kinder, denen regelmässig vorgelesen wurde, später selber mehr lesen, sich für mehr Dinge interessieren und allgemein mehr Freude und Eifer haben, sich zu bilden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es in all diesen kaputten Familien, die man im TV immer sieht (z.B. bei der Super Nanny) schon viel besser zu und her gehen würde, wenn die Eltern sich jeden Tag für ihre Kinder Zeit nehmen würden und sich einfach mal mit ihnen hinsetzen und ihnen etwas vorlesen würden. Was meint ihr dazu? Wurde euch früher auch vorgelesen? Und wenn ja, was? Habt ihr es in guter Erinnerung?
2009-09-09T11:58:31Z
@ m h: Verschiedene Erziehungsansätze in Ehren - aber selbst als noch sehr junger Mensch bezweifle ich stark, dass Zwang in der Erziehung zu irgendetwas Produktivem/Konstruktivem führen sollte.
willou2009-09-07T08:58:02Z
Beste Antwort
Feine Frage - meinen Stern habe ich gleich gegeben ....
... dann die zehn Antworten gelesen und gedacht, es ist ja (fast) alles gesagt ... ich geh' dann mal weiter ...
... dann ...***stutz ** ... ** staun ** .... ***überrascht-guck** .... sind ja 10 Damen, die geantwortet haben .... und alle bejaht, was jeder ernsthafte Menschen nur bejahen kann. Und wie wichtig und bedeutsam das Vorlesen ist, belegen ja zusätzlich große Aktionen ... z.B. in der ZEIT ... etc. ... wo sich viele viele tausend erwachsene Vorleser fanden ..... für Kinder .... um ihnen eben vor- zulesen.
Dann will ich für den Moment mal der "Quoten-Mann" sein ... (... in der Hoffnung, dass noch einige Männer folgen) und gerne bestätigen, dass das Vorlesen und das anschl. Singen über viele Jahre selbstverständ- liches Abendritual war ....
... nun will ich meinen Urenkeln vorlesen .... habe aber eben durch einen Anruf erfahren, dass meine Kinder noch zu jung sind, um eigene Kinder zu kriegen .... was natürlich zur Folge hat, dass ich noch keine Enkel habe .... und dies wiederum führt zwangsläufig dazu, dass die nicht vorhandenen Enkel auch noch keine Kinder haben, so dass es an Urenkeln doch noch mangelt ....*** grins ***
... aber im Ernst .... nach meiner Scheidung habe ich selbst in der einen oder anderen folgenden Be- ziehung den Kindern vorgelesen, die meine je- weilige Lebensgefährtin hatte ... und habe vor einigen Monaten erst einen sehr rührenden Brief bekommen, wo sich eines dieser Kinder daran erinnert, dass ich immer vorgelesen und vor allem auch gesungen hätte ....
Das so überzeugende Bild der positiven Antworten hier hat leider mit der Realität in unserem Land da draußen nicht so viel gemein ... LEIDER !!
In einigen pädagog.-wissenschaftlichen Studien wird ein enormer Rückgang gerade was das Vorlesen angeht berichtet. Mit traurigen Folgen ....
Auf die "bösen" Eltern zu schimpfen wäre dabei grundverkehrt !! Kinder zu haben ist heute das größte Armutsrisiko. Was ein absoluter Wahnsinn ist und eine wirkliche Schande für unsere Ge- sellschaft. Das ist deswegen erwähnenswert, weil inzwischen (mit steigender Tendenz) mehr als 20% der Erwerbstätigen im NIEDRIGlohn- bereich arbeiten muss ... dazu kommen noch die vielen Menschen, die wg. dem Mangel an Arbeitsplätzen von Hartz IV leben müssen.
Sehr viele, vor allem junge Eltern (!!) stehen heute enormen Druck ..... die Gesellschaft FORDERT Leistung um jeden Preis. Und zum Preis gehört, dass inzwischen Millionen (!!!) von Kindern ohne Ritual am Abend ins Bett gehen müssen !!
Seien wir also froh, um jeden einzelnen Papa, um jede einzelne Mama ... um Onkel + Tanten und um Großeltern, die Kindern noch vorlesen !! ZEIT zu schenken ist eines der wichtigsten Geschenke .....
Warum habe ich manchmal das Gefühl, Antworten zu lesen, die nur nach den Punkten hecheln? Vorlesen, eine selbstverständliche Aufgabe der Eltern. Wichtiger ist es dem Kind, die Freude am Lesen zu vermitteln. Mein Kind, als ich es dazu gezwungen habe, ja mußte, da war es auf mich böse, heute mit 19 Jahren, hat Sie schon fast soviel gelesen wie ich in meinem Leben. Das ist gut so!
Als mein Kind noch nicht lesen konnte, hab ich das jeden Abend vor´m Schlafen gehen gemacht. Aber jetzt mit fast 11 Jahren geh ich mit ihr in den Buchhandel und sie kauft sich Bücher, die sie interessant findet.
Und dann lesen wir die ersten 15 Minuten miteinander, die restlichen 15 Minuten liest sie dann selbst, und schläft mit dem Buch dann ein. *grins*
Am allerliebsten mochte meine Tochter die Geschichten der Grimm Brüder.
Heute sind es eher wissenschaftliche Themen wie Universum, All, Dinosaurier, wie die Welt entstand usw., aber auch wie das Leben entstand, also für Kinder gemachte "Aufklärungsbücher".
Und wenn meiner Tochter dann was nicht klar ist, zeigt sie mir diese Stelle und dann wird es am nächsten Tag ausdiskutiert und erklärt.
Als ich noch zwei kleine Buben hatte, las ich ihnen abends vor dem Schlafengehen immer ein Märchen vor, entweder von Grimm oder von Andersen. Zum Erzählen habe ich nämlich kein Talent. Aber, wie ich schon einmal hier erwähnte, weinte ich oft am Ende des Märchens, wenn es gut ausging. Das gefiel meinen Kindern nicht. So habe ich mich aufs Singen verlegt, Abendlieder, Mondlieder usw. Damit war alles gerettet und wir beruhigten uns alle miteinander.
Ja, uns Kindern wurde jeden Abend vorgelesen oder eine Geschichte erzählt. Manchmal auch Witze erzählt. Es war wunderschön. Als Jugendliche habe ich dann selbst (bis in die Nacht) gelesen.
Bei meinem Kind habe ich dann vom Baby-alter an vorgelesen (zuerst die kleinen Pixi-Bücher mit viel Bildern, später Märchen und Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist etc.). Natürlich haben wir uns davor noch unterhalten. Manche Dinge bespricht man nun mal erst zur Bettzeit. Ich wurde irgendwann während der Schulzeit (vorlesemäßig) von Bibi-Blocksberg-Kassetten abgelöst.
Die Zeit des zu Bett gehens war ein Ritual und durch das Vorlesen entstand Geborgenheit.
Mein Kind liest als Erwachsene gerne und viel, genau wie ich.