Ist der Mensch an für sich schlecht ? Schrullige naive Frage .....?
Eine schrullige Frage:
Solange man jung ist, bekommt man Zuwendung - dafür sorgt man für die Befriedigung des anderen - alles ist toll.
wenn das alles nicht mehr da ist, werden die Menschen böse, auch für die Gesellschaft ist man weniger wert -
also, ich habe z.ZT. keine Probleme damit, aber es stimmt mich sehr nachdenklich ....
Anonym2009-05-07T00:06:14Z
Beste Antwort
wieso schnullige frage? an sich ist der mensch nicht schlecht sondern eher gut. ich meine, dass die mehrheit der menschen, ohne dass sie extra dazu erzogen werden müsste, die grundvoraussetzungen für empathie, für ethisches handeln, für ein friedliches respektvolles handeln, in sich tragen.
anthropologen haben naturvölker beobachtet und heraus gefunden, dass diese im prinzip die gleichen guten werte achten, wie wir sie nur bei hoch entwickelten kulturen unterstellen.
kinder werden gut geboren und erst durch im zuge ihrer sozilalisation mit dem "schlechten" verhalten vertraut gemacht, und zwar so, dass sie bereit sind es selbst anzuwenden.
und wer die menschen schlechter behandelt, weil sie älter werden ist nicht nur ein depp, sondern hätte im alter das gleiche verdient.
Da stellt sich halt ein gewisser Abwärtstrend ein, wie in recht vielen Bereichen des Lebens. Wo ich das nicht verstehe(n will): Wenn jemand arbeitslos wird und beispielsweise nach ´nem halben Jahr dann nur noch säuft, weil er keinen mehr hat, der ihm sagt, was er tun soll ... *ächz*
Man kann nun mal nicht davon ausgehen, dass andere alles für einen regeln und immer wer für einen da ist. Es fehlt beim einzelnen eben oft am Willen zur Eigenverantwortlichkeit. Ist für viele anscheinend bequemer.
Daß man, solange man jung ist, Zuwendung bekäme, stimmt nur mit großen Einschränkungen. Die Zahl von vernachlässigten, verwahrlosten, oft auch mißhandelten, ungeliebten oder auch für egoistische elterliche Interessen instrumentalisierten Kindern und Jugendlichen ist erschreckend hoch.
Auch Kinder können manchmal schon ganz schöne Giftzwerge und z.B. im Umgang mit anderen Kindern ziemlich brutal und gemein sein.
Sicherlich "erzieht" unsere Gesellschaft die Menschen oft zum Egoismus und zur Rücksichtslosigkeit. "Der Ehrliche ist der Dumme," so lautete vor vielen Jahren der Titel des Buches eines ehemaligen Tagesschau-Sprechers, und bei uns in Westfalen gibt es das Sprichwort "Gutheit ist Dummheit." Das sind Lebenserfahrungen, die viele Menschen machen. Und vielleicht ist manch einer im Verlauf seines Lebens auch durch bittere Erfahrungen selber hart und bitter geworden.
Umgekehrt gibt es aber auch sehr viele freundliche, gütige, liebenswerte alte Menschen!
Die Aussagen der Bibel darüber, ob der Mensch gut oder böse sei, sind widersprüchlich. Neben dem Satz, das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens sei "böse von Jugend auf" (1.Mose 8,21) steht die Aussage, Gott habe den Menschen nur wenig niedriger gemacht als sich selbst und ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt (Psalm 8,6). Irgendwie ist an beidem etwas dran. Beides ist aus christlicher Sicht wahr.
Von einer "Erbsünde" ist jedoch nirgendwo in der Bibel die Rede. Es ist eine Lehre, die in der Katholischen Kirche entwickelt worden ist, die Luther und die anderen Reformatoren damals auch für die evangelische Kirche übernommen haben, die aber heutzutage von der evangelischen Kirche nicht mehr vertreten wird.
Eine der Aussagen über das Thema "Gut oder Böse?", die mich immer wieder faszinieren, stammt von dem Preußenkönig Friedrich d.Gr.: "Sich einbilden, daß die Menschen sämtlich Teufel sind und sie mit Grausamkeit verfolgen, das wäre das Wahngesicht eines scheuen Menschenhassers. Voraussetzen, daß die Menschen sämtlich Engel sind und ihnen die Zügel schießen lassen, das wäre der Traum eines törichten Kapuzinermönchs. Glauben, daß sie alle weder gut noch schlecht sind, ihre guten Handlungen über den Wert lohnen, ihre schlechten unter dem Maß strafen, Nachsicht üben gegen ihre Schwächen und Menschlichkeit haben gegen alle: das heißt handeln, wie ein vernünftiger Mensch soll."